“The Town – Stadt ohne Gnade” – Kritik

THE TOWN 1Autor: So Seth

Im Umfeld der Ostküstenmetropole Boston kreiert Ben Affleck („Argo“) als Regisseur, Hauptdarsteller und Drehbuchautor ein Katz und Maus Spiel zwischen Cops und Gangstern. Das kommt einem nicht erst seit „Departed – Unter Feinden“ bekannt vor.

Gleich zu Beginn von „The Town – Stadt ohne Gnade“ taucht der Zuschauer in einen bis ins Detail geplanten Banküberfall ein. Wer allerdings minutiös geplant mit Gentlemen-Kriminellen gleichsetzt, wird bereits nach wenigen Augenblicken eines Besseren belehrt. Schnelle Schnitte und Gewalt bringen einen, wie auch einer der Hauptcharaktere sogleich klar stellt, zügig auf Kurs.

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Doch auch wenn die Vorbereitung meisterlich ausgeklügelt wurde, läuft bei dem Raub natürlich nicht alles reibungslos. Das ist zum einen aus dramaturgischen Gründen recht hilfreich und zum anderen schlichtweg nachvollziehbar. Zu viele Variablen, zu viele Unwägbarkeiten stecken in einer solchen Hauptbeschäftigung. Eine davon nennt sich beispielsweise Stumm Alarm, eine andere bildet die zeitweilige Entführung der Filialleiterin (Rebecca Hall). Dennoch entkommt der Trupp mitsamt der Beute und taucht quasi vor der Haustür, im Stadtteil Charlestown, unter. Soweit so gut. Allerdings beginnen die Dinge schräg zu laufen als klar wird, dass die entführte Hauptzeugin des Überfalls nur fünf Querstraßen weiter wohnt und man ihr fast täglich begegnet.

Die spannendste und interessante Beziehung welche in „The Town“ heraus gearbeitet wird, lässt sich leider in einer solchen Kritik nur schwer näher beleuchten. Einfach da die Überraschung, eingesetzt als wohl dosiertes Stilmittel, ansonsten flöten ginge. Und wer wird nicht gerne überrascht? Womöglich Claire (Rebecca Hall) die kurz nachdem sie den Schock durch Überfall und Entführung überwunden hat, bereits der nächsten aufwühlenden Situation gegenüber steht.

Überrascht oder besser noch unvoreingenommen sollte das Publikum ebenfalls sein. Denn ein solches hat dieser Thriller zweifelsohne verdient. Gerade das Spiel von Jeremy Renner als unkontrollierter Gewaltmensch James „Jem“ Coughlin verleiht „The Town“ einen dreckig realistischen Firnisanstrich. Ben Affleck ist dank der Doppel bis Dreifachfunktion (Regie |Drehbuch | Hauptdarsteller) naturgemäß äußerst präsent. Jedenfalls sofern man um die workaholicartige Arbeitsverteilung weiß. Denn rein an der Darstellung des Masterminds Doug McRay lässt sich keine Überarbeitung der Person Affleck ablesen.

Fazit: Den Vergleich mit einem Meisterwerk wie „Departed“ steht „The Town“  nicht stand. Trotzdem liefert Affleck innerhalb der knapp 125 Minuten mehr als nur Solides ab und bereichert somit jede Thriller-Sammlung um eine weitere Boston-Story.

Wertung: 8/10

Regisseur: Ben Affleck Drehbuch: Aaron Stockard; Peter Craig; Ben Affleck Produzent: Graham King, Basil Iwanyk Schauspieler: Ben Affleck; Rebecca Hall; John Hamm; Jeremy Renner; Blake Lively; Pete Postlethwaite Erscheinungsjahr: 2010 Produktionsland: USA Länge: 124 Minuten

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